Europameisterin Chiara Checchi freut sich auf Radevormwald

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Bei der Europameisterschaft im eigenen Land gewann Chiara Checchi (Mitte) mit der italienischen Auswahl die Goldmedaille. (Foto: Paolo Volonté)

Die Vorfreude auf European Winners‘ Cup (EWC) 2019 in Radevormwald steigt. Auch bei Titelverteidiger Ferrara Bulls. Zum Team gehört Chiara Checchi. Sie hat uns erzählt warum sie Tchoukball liebt, was sich verändert hat und welche Hoffnungen sie für das kommende Turnier hegt.

Checchi, die diesen Monat 19 Jahre alt wird, kam 2008 zu Ferrara. Ihr Bruder Stefano spielte dort bereits. Chiara interessierte sich für eine Sportart ohne Körperkontakt und verliebte sich sofort in Tchoukball. Bis 2012 lernte sie die Grundlagen des Spiels bei den Ferrara Pulcinuts und danach bei den Ferrara Neonuts. In beiden Mannschaften entwickele sie ihre Basis für den Angriff, das Passspiel und ihre Verteidigungsfähigkeiten. Schnell stieg sie auf und wurde 2016 Mitglied der Ferrara Bulls. Seit 2014 gehört sie außerdem fest zur italienischen Nationalmannschaft.

Chiara Checchi

Chiara Checchi im Trikot der Ferrara Bulls.

Checchis Bilanz auf internationaler Ebene ist beeindruckend: Bei den vergangenen Europameisterschaften hole ihr Team Silber (2014), Bronze (2016) und Gold (2018). Bei einer Weltmeisterschaft im Erwachsenenbereich hat sie Italien bisher noch nicht vertreten. Mit den M15-Junioren gewann sie 2011 den Titel.

Neben dem Tchoukball hat Chiara Checchi gerade die Schule beendet und wird nun das Studium der Wirtschaftsingenieurwissenschaften anschließen. Ehrenamtlich engagiert sie sich bei der Entwicklung der Internetseite der Ferrara Bulls und deren Social-Media-Auftritt, um neue Mitglieder für ihren Sport zu gewinnen. Checchi hofft auf mehr Spieler, Vereine und Länder im Tchoukball. Ihr Traum ist, dass die Sportart eines Tages olympisch wird. Daumen drücken!

Die Einzigartigkeit von Tchoukball liegt für Checchi, mehr als bei anderen Sportarten, in der Förderung  des Fair Plays. Denn Tchoukballer sind stolz auf das sportliche Verhalten der Spieler weltweit. Eine der Visionen des italienischen Tchoukballs ist es, einen Beitrag zu einer besseren Gesellschaft im Sport zu leisten, die auf Respekt, Miteinander und Freude basiert. Das Beste am Tchoukball ist für Checchi das anhaltende Engagement für die Gleichberechtigung und die Wettbewerbsgleichheit.

Die Freundschaften, die sie in den vergangenen Jahren geschlossen hat, sind Freundschaften fürs Leben: „Ja, auf dem Spielfeld sind wir Konkurrenten aber am Ende des Tages überstehen diese Freundschaften auch die Herausforderung eines intensiven Spiels.“ Ihre Freundschaft mit Eleonora Abutzu, Spielerin von Rovello Sgavisc, zeigt ihre gemeinsame Vision, wofür Tchoukball steht. Dadurch wachse nicht nur ihre Leidenschaft auf dem Spielfeld, sondern auch ihre Verbindung außerhalb des Spiels, so Checchi.

Als Verteidigerin und Rechtshänderin hat Checchi erlebt, wie stark sich das Spiel in den vergangenen zehn Jahren verändert hat. Die Bandbreite und die Winkel der Würfe sind deutlich variantenreicher geworden. Darum is auch Checchi als Verteidigerin gezwungen, die Messlatte höher zu legen, um die gestiegenen Anforderungen des Spiels bewältigen zu können.

Die Italienerin hat viel Erfahrung mit bedeutenden Spielen in nationalen und internationalen Wettbewerben wie im engen Finale des letztjährigen EWC gegen den kommenden Gastgeber TuS Oeckinghausen. Ihre Vorbereitungen beginnt Checchi bereits in der Umkleide. Dabei sind die Italiener abergläubisch. Sie ziehen immer zuerst den linken und dann den rechten Socken an. Musik hilft Checchi beim Aufwärmen, sich mental auf das Spiel vorzubereiten.

Tchoukball ist für Checchi mehr als nur ein Sport, es ist eine Lebenswiese. Ihre liebste Tchoukball-Erinnerung stammt aus dem vergangenen Sommer. Bei der Europameisterschaft im eigenen Land gehörte sie zum italienischen Gewinnerteam. Für sie waren „harte Arbeit, der Siegeswille und die Unterstützung der Trainer Deiv und Stiwy“ die Schlüssel zum Gewinn der Goldmedaille.

Lassen wir uns überraschen, ob Checchi 2019 eine weitere EWC-Medaille in ihre Sammlung aufnehmen kann.

Autoren: Tara Granea und Nick Rowe
Übersetzung: Marie Berbecker
Redaktion: Stuart Blakemore und Joachim Fromm

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