Jack Leitch (Foto: Ben Lumley)
Foto: Ben Lumley

Jack Leitch will mit dem Team das Herz des Trainers zurückerobern

Spieler im Porträt

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Mit dem britischen Team Bury Kings kommt Ende März Jack Leitch zum European Winners‘ Cup (EWC) 2019 nach Radevormwald. Obwohl Leitch noch nicht für die Nationalmannschaft spielt, dürfte es sich lohnen, ihn im Auge zu behalten.

Der 28-jährige Angreifer nahm den Tchoukball erstmals 2011 in die Hand, um an einem Freitagabend nach den Vorlesungen Dampf abzulassen. Anfangs spielte er für die Universität von Portsmouth auf der Mittelposition, bevor Teamkollege Andrew Cummins über diese Idee lachte. Bis zu seinem Umzug nach Cambridge im Jahr 2015 wohnte Leitch in Exeter und hatte für die Farnborough Jets nur in der nationalen Liga gespielt. Als er nach Bury St. Edmunds kam, wollte Leitch unbedingt öfter trainieren und spielen. Das Passte perfekt zu den Wünschen von Trainer Ian Parker, der den Rechtshänder unter seine Fittiche nahm und zu einem Angreifer entwickelte.

Neben seinem Abschluss als Biomediziner mit Schwerpunkt Immunologie hat Leitch eine Vorliebe für Brettspiele – insbesondere Dungeons & Dragons. Er hat auch viele andere Interessen, unter anderem für Essen- und Getränkeverkostungen (Lust auf einen Whiskey?). Er ist begeisterter Golfer, Snowboarder und Squash-Spieler.

Vom Mittelspieler hat sich Jack Leitch in Bury zum Angreifer entwickelt. (Foto: Ben Lumley)
Vom Mittelspieler hat sich Jack Leitch in Bury zum Angreifer entwickelt. (Foto: Ben Lumley)

Tchoukball definiert Leitch als „aufregendes“ und „inspirierendes“ Spiel, das mit echtem Gemeinschaftsgefühl verbunden ist. Einige seiner schönsten Tchoukball-Erinnerungen verbindet er mit dem EWC 2017 in Erfurt, der sein erstes Turnier außerhalb Großbritanniens war. Er Ihn begeisterte damals alles von den Spielen bis zur Kameradschaft. Das Niveau der europäischen Teams verblüffte und motivierte ihn zugleich. Denn, so sagt er selbst, in Erfurt wurde die „Kluft zwischen meinem Talent und jenem der Top-Werfer Europas deutlich.“ Diese Lücke wollte er schließen, um auch bei zukünftigen Wettbewerben mithalten zu können.

Der Sportsgeist im Tchoukball findet nach Leitch’s Ansicht keine Entsprechung in einer anderen Sportart. Alle Beteiligten, von den Trainern bis zu den Organisatoren, gingen freundlich miteinander um. Die Aktiven spornten sich gegenseitig an, sich zu verbessern, und würden gerne miteinander reden. Das sei nicht nur im Sport wichtig, sondern auch im Alltag.


Vorfreude

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Leitch wünscht sich, dass Tchoukball weiter wächst und mehr Mannschaften und Spieler dazukommen. Er ist überzeugt, dass Videoaufnahmen von Spielen mit Kommentaren und Grafiken helfen, den Sport besser zu verstehen und die Begeisterung der Spieler besser nachzuempfinden.

Während die Bedeutung des Tchoukballs noch dramatisch zunehmen kann, ist die Entwicklung des Niveaus für Leitch eine ganz andere Geschichte. Obwohl er nie ein Spiel neun gegen neu erlebt hat, so stellt er doch in jeder Parti noch kleine Veränderungen im Spiel fest. Immer mehr Teams hätten lange Pässe und Zuspiele in der Luft in ihr Repertoire aufgenommen. Die immer einzigartigeren Würfe auf das Frame sowie die zunehmend flüssigere, effektivere und anpassungsfähigere Verteidigung trieben Tchoukball immer wieder an neue Grenzen.

In der Vorbereitung auf die großen Spielen in Radevormwald wird Leitch besonderen Wert auf eine gewissenhafte Erwärmung und gründliches Stretching legen. Das sei sicher nicht der spektakulärste Ratschlag, aber einer der wichtigsten Faktoren seiner Vorbereitung. Ebenso aber auch das Ritual, dass Richard „Jacko“ Jackson alle Spieler der Bury Kings beidhändig abklatscht und laut „ja“ schreit. Leitch lässt auch den Kreis vor dem Spiel nicht unerwähnt, in dem Strategie und Spieler abgestimmt werden. Dann weiß er, was von ihm auf dem Feld erwartet wird.

Sein persönliches Ziel für den EWC 2019 in Rade ist, sich „gegen europäische Top-Mannschaften zu behaupten.“ Zwar gehörte er schon 2017 zu den Kings, doch dieses Mal fühlt sich Leitch viel ruhiger und besser vorbereitet. Mit dem Team bleibt er aber fest auf dem Boden und hofft, besser als auf Platz acht abzuschneiden. Vielleicht, aber wirklich nur vielleicht, könnten sie damit das Herz des frisch verheirateten Trainers Ian Parker zurückerobern. Man darf ja auch mal träumen.

Autoren: Tara Granea und Nick Rowe
Redaktion: Stuart Blakemore und Joachim Fromm

Das ist der EWC 2019

Vom 29. bis zum 31. März spielen in der Sporthalle im Schulzentrum Radevormwald die nationalen Meister und Vizemeisters Europas um den Pokal. Der EWC ist also mit der Champions-League im Fußball vergleichbar. Aus Deutschland haben sich der TuS Oeckinghausen und der ASC Weimar qualifiziert. Sie treffen auf zehn weitere Teams aus Frankreich, Großbritannien, Italien, Österreich, Polen, Schweiz und Tschechien. Der Eintritt ist an allen Tagen frei.

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