Piotr Reclik gibt hundert Prozent auf dem Feld und beim Gala-Dinner

Piotr Reclik (links) beim Abschluss gegen Guildford Inferno beim EWV 2018 in Traiskirchen/Österreich. (Foto: Moritz Weiner)

Piotr Reclik (links) beim Abschluss gegen Guildford Inferno beim EWV 2018 in Traiskirchen/Österreich. (Foto: Moritz Weiner)

Mit dem Team von Ursus Rybnik kommt Piotr Reclik zum European Winners‘ Cup im März 2019 nach Radevormwald. In unserer Reihe berichtet der polnische Nationalspieler von seiner Tchoukball-Karriere, seinen Sehnsüchten für die Zukunft und seinen Hoffnungen für den EWC in Radevormwald.

Für einige Spieler ist es die soziale Atmosphäre von Tchoukball, die sie anzieht, für andere ist es die Chance etwas Neues auszuprobieren. Für den 22-jährigen Reclik war es die Tatsache, dass für Volleyballer zu klein war, aber eine große Persönlichkeit und Leidenschaft für den Mannschaftssport hatte. In seiner sechseinhalbjährigen Tchoukball-Karriere für das polnische Team Ursus Rybnik hat er 28 Auftritte mit der Nationalmannschaft gehabt. Darunter internationale Freundschaftsspiele und die jüngsten drei Auflagen der Europameisterschaften seit 2014. Das hatte allerdings seinen Preis: Reclik opferte seinen Master-Abschluss, um bei der EM 2018 in Italien spielen zu können,  während gleichzeitig seine Vorprüfungen stattfinden sollten. Manche mögen das für verrückt halten. Doch es zeigt, welche Opfer Menschen bereit sind für Tchoukball zu bringen – eine Sportart voller hoch motivierter Individuen!

Piotr Reclik springt bei der Europameisterschaft in Italien auf das Frame zu. (Foto: Anthea Pignattini)

Piotr Reclik springt bei der Europameisterschaft in Italien auf das Frame zu. (Foto: Anthea Pignattini)

Reclik spielt für Ursus Rybnik als Allrounder und erklärt, dass er für sein Team alles täte, was von ihm verlangt würde. Als flexibler Rechtshänder hat Reclik hohe Ziele für den Winners‘ Cup in Rade. Er hofft in jedem Spiel mindestens 20 Punkte zu erzielen. Reclik ist beeindruckt von den großen Verbesserungen, die alle europäischen Teams in den vergangenen Jahren gemacht haben. Er ist aber davon überzeugt, dass die schnelleren und stärkeren Würfe es auch ihm ermöglichen jeden Aspekt seines Spiels zu verbessern.

Fragt man Reclik nach seiner Einschätzung, wohin Tchoukball in Zukunft steuert, denkt er vor allem an ein längeres EWC-Turnier. Außerdem wünscht er sich, dass eines Tages die European Tchoukball Championchips (ETC) im Fernsehen gezeigt würden, samt der Spieler beim Singen ihrer Nationalhymnen. Vielleicht würde das Reclik helfen sich zukünftig noch mehr zu motivieren. Nicht, dass er das brauchen würde. Es sporne ihn schon die große Verantwortung an, die er für die Mannschaft habe.

Abseits des Spielfelds findet man Reclik alle paar Tage beim Tennis oder neben seinem Vater herlaufend. Am Ende der Tchoukball-Turniere ist er immer einer derjenigen mit der größten Energie für das Gala-Dinner. Für ihn war der Abend nach den ETC 2014 in Radevormwald bisher der beste seiner Karriere. Ein großer Auftrag also, dies beim EWC 2019 in Radevormwald zu wiederholen.

Autoren: Tara Granea und Nick Rowe
Übersetzung: Marie Berbecker
Redaktion: Stuart Blakemore und Joachim Fromm

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